| Dachauer Schlosskonzerte 2009: Auftakt mit dem Württembergischen Kammerorchester und Sharon Kam |
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Den Auftakt der Schlosskonzert-Saison 2009 am Freitag, 13. Februar bestreiten das Württembergische Kammerorchester und die Klarinettistin Sharon Kam. WÜRTTEMBERGISCHES KAMMERORCHESTER Das 1960 durch Prof. Jörg Faerber gegründete Württembergische Kammerorchester Heilbronn gehört zu den bedeutendsten Kammerorchestern Deutschlands. Sein Chefdirigent ist seit der Saison 2002/2003 der 1971 in Eriwan geborene Ruben Gazarian. Neben den Abonnementskonzerten in Heilbronn gastiert das Orchester im In- und Ausland, etwa bei den Salzburger Festspielen und den Internationalen Musikfestwochen Luzern. Im Laufe von vier Jahrzehnten hat das Orchester mit namhaften Künstlern wie Martha Argerich, Maurice André, Gidon Kremer, Anne-Sophie Mutter, Thomas Quasthoff und Alfred Brendel zusammengearbeitet. SHARON KAM Die israelische Klarinettistin Sharon Kam war 2004 schon einmal zu Gast in Dachau. Im Alter von 16 Jahren gab die von Isaac Stern geförderte Musikerin, die an der Juilliard School studiert hatte, ihr Orchesterdebüt mit dem Israel Philharmonic Orchestra unter Zubin Mehta. Den Grundstein für ihre Laufbahn legte sie 1992, als sie beim Internationalen Musikwettbewerbs der ARD den ersten Platz belegte.
PROGRAMM
Jean Françaix (1912–1997)
Aaron Copland (1900–1990)
Michael Tippett (1905-1998)
Arthur Honegger (1892–1955) Jean Françaix hat ernstzunehmende Musik ohne Schwere komponiert: „Man hat mir den Stempel ‘leichtfertiger Komponist’ aufgedrückt, während ich doch streng jede Note überwache, die aus meiner Feder kommt.” Seine Liebe gehörte nicht von ungefähr Haydn, dessen Humor auf ihn wie Gegengift zu der ihm verhassten zeitgenössischen Musik wirkte. Die „Sei preludi“ für kleines Streichorchester schrieb er 1963. Nachdem Aaron Copland Mitte der zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts von Paris in seine Heimat zurückkehrte, beschäftigte er sich „sehr ernsthaft damit, Konzertmusik mit spezifisch amerikanischem Klang zu schreiben. Wenn Menschen in der ganzen Welt eine ziemlich genaue Vorstellung von amerikanischer Folklore hatten, so schien es mir unerträglich, dass wir auf dem Gebiet der symphonischen Musik nichts vorzuweisen hatten, was schon nach den ersten Takten an Amerika denken lässt.“ In seinem 1948 für Benny Goodman geschriebenen Klarinettenkonzert findet „eine – unbewusste – Fusion zwischen Elementen nord- und südamerikanischer populärer Musik statt.“ Die beiden Sätze sind durch eine Solokadenz miteinander verbunden. Seine „Little Music” für Streichorchester komponierte Sir Michael Tippett 1946 zum 10-jährigen Bestehen des Jacques String Orchestra. Die vier ohne Unterbrechung ineinander übergehenden Sätze bilden eine Suite. Eröffnet wird sie durch ein fanfarenartiges Prelude, gefolgt von der ersten Fuge. Die Air lässt als Chaconne eine Reihe von Variationen über einen festen, von den Violoncelli exponierten Bass folgen. Am Schluss erklingt eine zweite Fuge, die mit einer zweistimmigen Invention zwischen Violoncello und Viola beginnt, bevor das Fugenthema in den ersten Violinen exponiert wird. Die Grundstimmung der zweiten 1941 im Auftrag des Dirigenten und Kunstmäzens Paul Sacher entstandenen Symphonie Arthur Honeggers, ist düster und schwer; denn er musste miterleben, wie die Bevölkerung im kriegsbesetzten Paris unter Kälte und Hunger litt. Ein Klagemotiv der Bratschen zieht sich durch die ersten beiden Sätze. Erst der dritte Satz wendet sich, initiiert durch einen Choral in der Trompete, hoffnungsvoll in die Zukunft.
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