| Klinikum Dachau |
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Abteilung für Gefäßchirurgie am Klinikum Dachau begeht einjähriges Jubiläum/Vortrag im Rahmen des Gesundheitsforums am 9. Februar. Im Januar 2010 eröffnete das Klinikum Dachau die Abteilung für Gefäßchirurgie unter der Leitung von Chefarzt Dr. Reza Ghotbi. Er etablierte neue Operationstechniken und engagierte weitere Spezialisten. Seit der Gründung der Abteilung steigt die Patientenzahl stetig, die operativen Eingriffe zeigen überdurchschnittlich gute Ergebnisse.
Dr. Ghotbi ist seit 2006 Chefarzt der Gefäßchirurgie am Klinikum
München-Pasing, die er zu einem anerkannten zertifizierten Gefäßzentrum
ausgebaut hat. Dem Wunsch der Amper Kliniken AG, auch in Dachau tätig zu
werden, folgte er Anfang 2010. „Der Vorteil war, dass wir die Konzepte,
die wir über die Jahre hinweg am Klinikum Pasing im Rahmen des
Gefäßzentrums entwickelt haben, übertragen und sehr schnell etablieren
konnten“, erzählt Dr. Ghotbi. Dadurch konnte er sofort mit der Arbeit
beginnen. Probleme, Personal zu bekommen, hatte er nicht: „Der
Arbeitsplatz hier ist sehr attraktiv, wir hatten schnell Ärzte und
Pflege zusammen.“Vor allem zwei neue Methoden hat Dr. Ghotbi am Klinikum Dachau etabliert: Die Operation an der Halsschlagader in Lokalanästhesie und die „minimalinvasive Aneurysmenbehandlung“, also die Versorgung von Erweiterungen der Bauchschlagader ohne eine Eröffnung des Bauches. Weiterer Schwerpunkt ist die Versorgung von Patienten mit Durchblutungsstörungen der Beine (Patienten mit so genannter „Schaufensterkrankheit“) – vom „offenen Bein“ bis hin zum Diabetischen Fuß. Auch die bekannten „Krampfadern“ werden versorgt. Im ersten Jahr waren aber vor allem die komplexen gefäßchirurgischen Eingriffe gefragt: Sie führen die statistische Auswertung der durchgeführten Leistungen an. Eine Verengung der Halsschlagader durch Ablagerungen ist ein hoher Risikofaktor für einen Schlaganfall. Dr. Ghotbi entfernt diese Ablagerungen in lokaler Betäubung. Der Patient ist bei Bewusstsein und seine neurologischen Reaktionen können während des Eingriffs überwacht werden. Der Eingriff in Lokalanästhesie wird nur von wenigen Kliniken angeboten. Erforderlich sind neben Geschicklichkeit ein hohes Maß an Erfahrung. Dr. Ghotbi kann diese vorweisen – allein im letzten Jahr hat er über 250 Patienten mit dieser Methode operiert. „Durch die Beseitigung der Verengung können wir den Schlaganfall verhindern, also die Patienten wirklich heilen“, so Dr. Ghotbi. Dies sei für ihn als Arzt eine besonders befriedigende Tatsache. Da am Klinikum eine „Stroke Unit“ zur Versorgung von Schlaganfallpatienten angesiedelt ist, sei die Etablierung dieser Methode besonders sinnvoll gewesen. „Die Deutsche Gesellschaft für Schlaganfall hat bei der Zertifizierung der „Stroke Unit“ diese Kombination und insbesondere die Zusammenarbeit ausdrücklich gelobt“, betont Dr. Ghotbi. Weitere Neuerung: am Klinikum Dachau können nun Patienten mit einem „Aortenaneurysma“ (eine Ausweitung des Blutgefäßes, die bis zum Platzen und Tod durch massiven Blutverlust führen kann) minimalinvasiv, also ohne eine chirurgische Eröffnung des Bauches, behandelt werden. Die überdehnte Aorta wird dabei über ein Gefäß in der Leiste erreicht und mit einem Stück künstlicher Ader (einem „Stent“) das Aneurysma ausgeschaltet. Da diese Methode für den Patienten keine hohe Belastung darstellt, eignet sie sich insbesondere für ältere Patienten, für die ein chirurgischer Eingriff ein hohes Risiko birgt. Weitere Haupttätigkeit ist die Versorgung von „offenen Beinen“: Alter, Diabetes, Rauchen und hoher Blutdruck führen zu schlechter Durchblutung, die Patienten haben Schmerzen beim Laufen und auch im Liegen. Verletzt sich der Patient, heilen die Wunden nur schwer. In extremen Fällen muss eine Amputation vorgenommen werden. „Das wollen wir natürlich unbedingt vermeiden“, so Ghotbi. Die Durchblutung kann mittels Ultraschall einfach gemessen werden. Zur Therapie steht dem Experten auch hier ein breites Spektrum an Methoden zur Verfügung. Zu den bekanntesten Gefäßerkrankungen gehören die „Krampfadern“ – eine Volkskrankheit, wie Dr. Ghotbi meint, und die er selbstverständlich ebenfalls behandelt. Auch hier besteht neben der klassischen Operation bei entsprechendem Befund die Möglichkeit, mit einem „minimal-invasiven“ Eingriff ein gutes Ergebnis zu erzielen. Sieben verschiedene Methoden können Dr. Ghotbi und sein Team für die Patienten anwenden – und damit immer eine maßgeschneiderte Versorgung anbieten. „Das muss auch gar nicht immer eine Operation sein“, betont Dr. Ghotbi, „da wir ein sehr breites Spektrum haben, können wir objektiv auswählen.“ Am Mittwoch, den 9. Februar stellt Dr. Ghotbi im Rahmen des Gesundheitsforums die „Schaufenstererkrankung“ vor, einer Durchblutungsstörung, die zu den chronischen Gefäßerkrankungen der Arterien gehört. Gemeinsam mit seinem Kollegen Dr. Mathias Matzko, Chefarzt der Diagnostischen und Interventionellen Radiologie, stellt er die Erkrankung, ihre Ursachen sowie Diagnostik und Therapiemöglichkeiten vor. Die Veranstaltung beginnt um 17:00 Uhr im Tagungszentrum am Klinikum Dachau. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich. Dr. Reza Ghotbi hat an der Ludwig Maximilians-Universität in München Medizin studiert. Er ist Facharzt für Chirurgie, Viszeralchirurgie und Gefäßchirurgie und von der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie als „Endovaskulärer Spezialist“ zertifiziert und anerkannt. |
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